Saisonkalender nutzen: warum der Erntemonat mehr zählt als das Herkunftsland
- Rubrik
- Natur & Ressourcen
- Veröffentlicht am
- 29. Apr. 2026
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Regional klingt nach kurzen Wegen und guter Bilanz. Doch der Transport macht bei Obst und Gemüse selten den größten Anteil an der Klimawirkung aus. Deutlich schwerer wiegen Anbauart und Lagerung.
Freiland, Gewächshaus, Lager: drei sehr verschiedene Bilanzen
Tomaten aus einem beheizten Gewächshaus verursachen ein Vielfaches der Emissionen von Freilandtomaten, selbst wenn diese mehr als tausend Kilometer zurückgelegt haben. Ähnliches gilt für Gurken, Paprika und Erdbeeren außerhalb ihrer Zeit.
Auch Lagerware hat einen Preis: Äpfel aus kontrollierter Atmosphäre verbrauchen über Monate Kühlenergie. Bis etwa Februar bleibt heimische Lagerware dennoch die günstigere Wahl, danach verschiebt sich das Bild.
Die Frage lautet nicht zuerst, woher etwas kommt, sondern ob es dort gerade von selbst wächst.
Den Kalender im Kopf haben: was wann von draußen kommt
Ein grober Rahmen genügt für den Alltag:
- März bis Mai: Spargel, Rhabarber, Radieschen, Spinat, Bärlauch;
- Juni bis August: Beeren, Bohnen, Zucchini, Tomaten, Steinobst;
- September bis November: Kürbis, Kohl, Äpfel, Birnen, Pastinaken;
- Dezember bis Februar: Lagergemüse, Feldsalat, Grünkohl, Rote Bete.
Einkauf umbauen, ohne Verzicht zu spüren
Wer die Saison zum Ausgangspunkt macht, dreht die Reihenfolge um: erst schauen, was gerade reif ist, dann kochen. Das erfordert eine Handvoll Rezepte, die mit dem arbeiten, was da ist, statt eine Einkaufsliste abzuarbeiten.
Hilfreich sind zudem Konservierungstechniken, die ohne Strom auskommen. Einkochen, Fermentieren und Trocknen verlängern die Saison um Monate. Ein Glas Sauerkraut aus dem Herbst kostet im Februar keine Kühlenergie und keinen Transport, sondern nur ein wenig Geduld im Oktober.
Ein gedruckter Saisonkalender an der Kühlschranktür wirkt dabei erstaunlich zuverlässig. Er verhindert die Situation, in der ein Rezept aus dem Juli im Januar nachgekocht werden soll und der Einkaufszettel den Umweg über das beheizte Gewächshaus nimmt.